Die Zielsetzungen des Projektes:
- Einsichten
in Themenbereiche der Toleranz bzw. Intoleranz mit Hilfe geeigneter
Methoden und Inhalte, die gleichzeitig Fähigkeiten wie Verständnis
und Zusammenarbeit fördern.
- Aufzeigen von Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart
- Eingehen auf Sachverhalte, die junge Menschen außerhalb ihres
Klassenzimmers beeinflussen
- Reflektion und Diskussion über die Rechte und Verantwortungen
der SchülerInnen in Schule und Klassenzimmer, aber auch als Bürger
dieser Erde (allgemein und spezifisch).
- Bereitstellen verschiedener "Werkzeuge" welche LehrerInnen
die Schaffung eine sicheren Lernatmosphäre, in der SchülerInnen
ihre Sichtweisen und Gefühle angstfrei zu Ausdruck bringen können,
erleichtern.
- Bereitstellung angemessener Aufgaben zur sinnvollen und effektiven
Nutzung des Internets
Dementsprechend
sind fast alle Lektionen so strukturiert, dass sie unmittelbar im Unterricht
eingesetzt werden können. Um sicherzustellen, dass alle Lektionen
für die Nutzung in Klassenzimmern konkret genug sind, wurden in
Italien und Portugal getestet.
Zielgruppen:
Die Programme des "Teaching to Make a Difference" Projektes
sind speziell auf Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren ausgerichtet.
Allerdings profitieren auch ältere und etwas jüngere SchülerInnen
von den Vorschlägen.
Auch
wenn die Lektionen sich eher an europäischen Gesellschaften orientieren,
werden auch LehrerInnen anderer Nationen die angebotenen Informationen
als hilfreich empfinden. So finden sich z.B. in der Hilfsmittel Sammlung
sehr viele Links amerikanischer Webseiten.
Die
Lektionen sind besonders hilfreich für Kinder in den höheren
Klassen der Grundschule (bzw. Volkschule) bis in die Orientierungsstufe
und für ältere SchülerInnen in Fächern wie Gesellschaftskunde,
Politik oder Ethik. Auch die Projekttage bieten sich vielfach an.
Die
Lektionen, die Sektion "Für LehrerInnen" und "Reaktionen
von SchülerInnen":
Die 12 Lektionen bilden die Basis der Website. Darin wird der Schwerpunkte
auf Toleranz und Intoleranz in der heutigen und der geschichtlichen
Gesellschaft gelegt. Themen wie Mobbing, Rassismus, Multilingualismus
und Nationalismus beeinflussen junge Menschen in ganz Europa (und der
Welt). Jeder der Lektionen beschäftigt sich mit einem oder mehreren
dieser Sachverhalte.
Eine
weitere Komponente ist die Sektion "Für LehrerInnen".
Diese ermöglicht LehrerInnen mit einander zu kommunizieren, Gedanken
zu den Lektionen und anderen Bereichen ihres Interesses, auszutauschen
und praktische Tipps (z.B. bessere oder neuere Webseiten zur Recherche,
Anregungen zur Anwendung der Lektionen im Unterricht mit älteren
SchülerInnen, ... )weiterzugeben.
Unsere "Hilfsmittel" und die Links Sektion werden regelmäßig
auf den neusten Stand gebracht (Zeitungsartikel, Postkarten, Dokumente,
usw.), allerdings ist auf Grund der Größe des Internets nicht
auszuschließen, dass uns gute Recherche Tipps oder Artikel zu
den Themen entgehen. Wir bitten deshalb auch um Nachricht an die "Teaching
to Make a Difference" Website, falls sie interessante Links finden.
Herzlichen Dank im Voraus.
Zusätzlich
zu der "Für LehrerInnen" Sektion gibt es auch eine Sektion
"Reaktionen von SchülerInnen", die ihnen ein Forum zum
Austausch, zur Planung und Ausführung gemeinsamer Projekte bieten
soll.
Theoretischer
Hintergrund:
(Teile dieses Textes wurden in Zusammenarbeit mit Pieter Batelaan erstellt)
Zielsetzungen
des Schulunterrichts:
-· Entwicklung diversester Fähigkeiten (motorische Fähigkeiten;
Nutzung von Hilfsmitteln, wie Computer; Aktivitäten wie Lesen,
Schreiben, Kommunikation, Kollaboration, Reflektion, usw.)
-·Erwerbung von Wissen (Fakten, Prozesse und Strategien, usw.)
- Erwerben von Verständnis (Wir sprechen von Verständnis,
wenn die SchülerInnen fähig sind neues Wissen nachzuvollziehen,
dieses auf andere Situationen anwenden können und neue Informationen
mit altem Wissen in Verbindung setzen können.)
- Entwicklung von Standpunkten (Wir sprechen von Standpunkten, wenn
die Meinung einer Person über bestimmte Objekte oder Situationen,
diese Person anregt auf eine bestimmte Art und Weise zu handeln bzw.
von einem bestimmten Blickwinkel aus zu betrachten. Z.B. kann ein Standpunkt
eine Person anregen Verantwortung zu übernehmen oder die Initiative
für etwas oder jemanden zu ergreifen.)
Viele
Aktivitäten sind lehrreich. Wenn man allerdings ein bestimmtes
Ziel anstrebt sind einige Methoden effektiver als andere. Z.B. kann
man verschiedene Fähigkeiten leichter durch "learning by doing"
entwickeln als durch Vorträge oder Lesen. Geistige Fähigkeiten
wie Kooperation, Kommunikation und Lernen werden am effektivsten durch
"doing" und Reflektion an den eigenen Erfahrungen (außerdem
durch Diskussion der eigenen Erfahrungen mit anderen) gewonnen. Lernaktivitäten,
die zu Verständnis führen sind zum Beispiele: hören,
lesen, beobachten, diskutieren, experimentieren (individuell oder in
Gruppen), konzipieren und ausführen von Präsentationen (individuell
oder in Gruppen). Recherche zeigt, dass Aktivitäten wie Diskussion,
Zusammenarbeit bei der Lösung von Problemen, gemeinsames Experimentieren
und die Reflektion dieses Prozesses, sowie auch die gemeinsame Planung
und Durchführung von Präsentationen effektivere Lernmethoden
sind (zu besserem Verständnis führen), als hören, lesen
und beobachten. Mit anderen Worten: Interaktion erleichtert Lernen.
Die
Lektionen des "Teaching to Make a Difference" Projektes wurden
konzipiert, auf die Erfahrungen die SchülerInnen mit in den Unterricht
bringen aufzubauen. Die kulturellen und individuellen Erfahrungen der
SchülerInnen werden als in folgendem Sinne aufgegriffen:
- Schaffung von Selbstvertrauen, das zur Teilnahme an Lernaktivitäten
führt
- Entwicklung von Verständnis für einander
- Entwicklung von Einsichten in verschiedene Perspektiven, Kulturen
und Traditionen
- Schaffung einer Atmosphäre im Klassenzimmer in welcher die Wünsche
und Ideen des Individuums respektiert werden.
- Motivation von SchülerInnen, die sonst eher als Außenseiter
gelten
"Teaching
to Make a Difference" wurde hauptsächlich von theoretischen
Konzepten wie interkulturelle Bildung, kooperatives Lernen und vielfache
Intelligenzen inspiriert.
Interkulturelle
Bildung:
Die Schwerpunkte der interkulturellen Bildung als Methode liegen auf
Aspekten wie "Lernen wie man lernt" und wie man das gelernte
anwendet. Die SchülerInnen werden angeregt ihre Lernaktivitäten
selbst zu organisieren, unter anderem um sie auf lebenslanges Lernen
vorzubereiten.
Es ist der Prozess der zwischen Individuen und Gruppen stattfindet der
das Kernstück der Methode darstellt. Wie beziehen sie sich aufeinander?
Wie verhandeln sie? Wie treffen sie ihre Entscheidungen? Wie lösen
sie ihre Konflikte? usw. Diese Prozesse demokratischer und effektiver
zu gestalten ist genauso wichtig wie die Note, die SchülerInnen
am Ende des Schuljahres erzielen.
Kooperatives
Lernen:
Die Idee des kooperativen Lernen ist die Zusammenarbeit der SchülerInnen
an der Lösung von Problemen und dem Fertigstellen von Aufgaben.
Anstelle einer Vortragssituation in der die Lehrkraft alle Informationen
bereitstellt und die SchülerInnen soviel wie möglich davon
aufnehmen tritt die Arbeit in Kleingruppen, wobei Einsichten und Wissen
ausgetauscht werden. Von Zeit zu Zeit können Vorträge sehr
hilfreich sein um die Klasse mit den notwendigen Hintergrundinformationen
zu versorgen, allerdings wurden die Lektionen des "Teaching to
Make a Difference" Projektes unter Aspekten des kooperativen Lernens
entwickelt.
Die
wichtigsten Gründe für das Einsetzen der kooperativen Lernmethode
sind:
- Stimulation von sozialen Fähigkeiten wie Teilnahme, Zusammenarbeit,
Kommunikation und Verantwortung
- Effektivität der Methode zum erreichen kognitiver Ziele
Kooperatives
Lernen ist mehr als die SchülerInnen in Gruppen eine Aufgabe bearbeiten
zu lassen. Falls Gruppenarbeit darauf reduziert wird könnte der
Prozess kontraproduktiv sein. Dies ist im besonderen der Fall für
SchülerInnen die keine Höchstleistungen bringen, da andere
MitschülerInnen in verschiedenen Aspekten des Gruppenprozesses
(Gespräch, Initiative, Führung, Entscheidung, Unterbrechung,
usw.) dominieren. Es ist offensichtlich, das Interaktion nur dann zu
Lernen führt, wenn alle interaktiv sein können (besonders
auf produktive Art und Weise). Gruppenarbeit kann nicht mit kooperativem
Lernen gleichgesetzt werden, es sei denn alle SchülerInnen nehmen
an den Interaktionen teil. Dies gilt auch für viele der Aktivitäten
des "Teaching to Make a Difference" Projektes.
Beteiligung
an Interaktion wird beeinflusst von:
1. Organisatorischen Aspekten
2. Inhalt
3. Teilnehmern
4. Herausforderung
Organisatorische
Aspekte beziehen sich auf die Zusammenstellung der Gruppen, die Anordnung
der Möbel im Klassenzimmer und die Verteilung der Aufgaben und
Verantwortungen. Die folgenden Vorschläge könnten als Orientierung
dienen:
1. Die Klasse arbeitet in Kleingruppen deren Zusammenstellung von der
Lehrkraft entschieden wird, was die unmittelbare Isolation "unbeliebter"
SchülerInnen, welche von ihren MitschülerInnen sonst nicht
gewählt werden, vermeidet. Oft mögen SchülerInnen diese
Methode im ersten Moment nicht, da sie natürlich lieber mit ihren
Freunden arbeiten. Hier bietet sich die Erklärung an, dass alle
etwas zum Lernprozess beizutragen haben und das die SchülerInnen
lernen müssen mit all ihren MitschülerInnen zu arbeiten um
maximalen Nutzen zu erreichen.
2. Gruppenzusammenstellungen sollten von Zeit zu Zeit verändert
werden um feste Rollenverteilungen zu verhindern.
3. Gruppenzusammenstellungen sollten so heterogen wie möglich sein,
damit von den verschiedenen Talenten in der Klasse profitiert werden
kann.
4. Aufgaben und Verantwortungen müssen klar sein. Die Lehrkraft
verteilt sie oder diskutiert über die Verteilung mit der Klasse.
5. Aufgaben und Verantwortungen sollten in der Klasse rotieren.
6. Aufgaben und Verantwortungen müssen für alle SchülerInnen
eine Herausforderung darstellen
Inhalt
bezieht sich auf das Thema (welches als interessant und nützlich
empfunden werden sollte) und auf die Aufgaben (Fragen, die keine Antworten
vorgeben, Aufgaben, die individuelle Teilnahme und Zusammenarbeit fordern).
Außerdem sollten die Aufgaben die Leistungsfähigkeit der
SchülerInnen stimulieren.
In diesem Zusammenhang sollte auch auf Erwartungen von LehrerInnen und
SchülerInnen eingegangen werden.
Die
Nutzung der kooperativen Lernmethode im Unterricht hat auch Konsequenzen
für die Rolle der Lehrkraft. Wenn die Lernaktivitäten hören,
lesen und beobachten umfassen, ist die Lehrkraft hauptsächlich
mit erklären, erzählen, präsentieren zu lesender Texte,
Aufgabestellungen, zeigen von Videos und (gelegentlich) organisieren
von Ausflügen beschäftigt. Wenn die Lernaktivitäten mehr
Diskussion, Gruppenforschung, Experimente und Präsentationen umfassen
braucht die Lehrkraft andere Fähigkeiten wie organisieren, stimulieren
von Diskussionen (z.B. durch Fragen die zu besserem Verständnis
führen), beobachten, überwachen, einschätzen und geben
von feedback. Dies sind außerdem Fähigkeiten, die die Lehrkraft
bei der Nutzung der Informations- Technologien (IT) im Klassenzimmer
benötigt. Darauf werden wir an späterer Stelle noch einmal
genauer eingehen.
Vielfache
Intelligenz:
Der amerikanische Psychologe Howard Gardner entwickelte eine sehr hilfreiche
Theorie über, was er selbst "vielfache Intelligenz" nennt.
(Gardner 1993, Die Rahmen-Theorie der vielfachen Intelligenz",
Klett-Cotta Verlang; auch bei amazon unter http://www.amazon.de erhältlich)
In dieser Theorie diskutiert er die verschiedenen Formen der Intelligenz,
die ein Mensch haben kann. Aufgaben die mehrere dieser Intelligenzen
ansprechen sind effektiver.
Die
verschiedenen Intelligenzen, die Gardner unterscheidet sind:
1. Linguistisch (Fähigkeit Sprache effektiv, gesprochen oder geschrieben,
zu nutzen)
2. Logisch-Mathematisch (Fähigkeit Zahlen effektiv und überlegt
zu nutzen)
3. Räumlich (Fähigkeit visuelle Räumlichkeiten akkurat
wahrzunehmen und mit Formen und Design zu arbeiten)
4. Physisch (Fähigkeit den eigenen Körper zum Ausdruck von
Situationen, Ereignissen, Ideen und Gefühlen zu nutzen; Fähigkeit
die eigenen Hände zur Produktionen und Veränderung von Dingen
zu nutzen)
5. Musisch (Fähigkeit von Wahrnehmung, Wiederholung, Ausdruck und
Transformation musischer Formen)
6. Zwischenmenschlich (Fähigkeit Launen, Absichten und Gefühle
anderer Menschen wahrzunehmen; Fähigkeit mit anderen Menschen auf
sinnvolle konstruktive Art und Weise umzugehen oder die Fähigkeit
sich in andere hineinzuversetzen)
7. Persönlich (Fähigkeit die eigenen Handlungen zu reflektieren
und notwendige Veränderungen erkennen und durchführen, Fähigkeit
sich selbst zu kennen)
8. Natürlich (Fähigkeit Strukturen und Objekte der Natur zuerkennen
)
Die
Nutzung dieser Intelligenzen als Ausgangspunkt schafft gute Indikatoren
wie erfolgreich unsere Übungen bei der Vermittlung eines möglichst
breiten Wissens und möglichst vielen Fähigkeiten sind. Die
Kernpunkte dieser Theorie können selbst sechs jährige problemlos
erfassen.
Manche
Pädagogen (wie z.B. Cohen + Lotan, 1997) würden lieber von
multiplen Fähigkeiten und von fähigkeits-orientiertem Lernen,
anstelle von vielfachen Intelligenzen, sprechen. Oft wird angenommen
Intelligenz sei festgelegt und ließe sich nur schwer ändern
(IQ z.B.). Mit der Verwendung des Begriffes "Fähigkeit"
anstelle von "Intelligenz" wird klar, das von mentalen Einsichten
und Prozessen die Rede ist. Die Intelligenzen (oder Fähigkeiten)
sind erlernbar.
Während
der Erstellung der Lektionen zu "Teaching to Make a Difference"
wurde darauf geachtet, das so viele Intelligenzen wie möglich angesprochen
werden und möglichst viele Fähigkeiten entwickelt bzw. aktiviert
werden.
Teaching
to Make a Difference, das Internet und Kooperatives Lernen:
Wenn Computer und das Internet als Methode der Interaktion in der Bildung
eingesetzt werden, wird oft angenommen das diese Interaktion zwischen
dem Bildschirm und der Person am Computer stattfindet. Eine Aufgabe
erscheint auf dem Bildschirm, die Person bearbeitet die Aufgabe und
entnimmt anschließend der Reaktion des Computers inwieweit die
Antwort korrekt war.
Forschungsergebnisse
warnen vor Isolation junger Menschen, die zu viel Zeit vor dem Computer
verbringen. Vor kurzem war ein Artikel im Netz mit der Überschrift
"Too much time online makes more people go offline in real life".
Wenn Computer und das Internet in einem Bildungssystem genutzt werden,
das soziale Interaktion nicht stimuliert, können die sozialen Fähigkeiten
der SchülerInnen erheblichen Schaden erhalten.
Innerhalb
des "Teaching to Make a Difference" Projektes bezieht sich
Interaktion mit einem Computer auf mehr als nur eine Computer-Individuum
Beziehung. Die Aufgaben können nur dann zufriedenstellend gelöst
werden wenn die SchülerInnen zusammenarbeiten und die Präsentation
der Ergebnisse vor der gesamten Klasse erfolgt ( bzw. ein Austausch
mit SchülerInnen anderer Schulen, im Prinzip in der ganzen Welt,
erfolgt).
Der Computer bietet verschiedene "Inputs" für den Lernprozess
und bietet die Möglichkeit die Resultate im Internet zu präsentieren.
Die effektivsten Lernprozesse sind: Diskussion der SchülerInnen
untereinander, Problemlösung und Konzeption einer Präsentation.
Wird der Computer als Werkzeug genutzt hat dies Konsequenten für
die Klasse.
Organisation:
Viele Aktivitäten des "Teaching to Make a Difference"
Projektes wurden für Kleingruppen, mit je 3-5 Personen und einem
Computer entwickelt. Die Aufgaben werden am besten durch Kooperation
der Mitglieder der Gruppen gelöst.
Materialien:
Zusätzlich zu einem Computer mit Internetanschluss werden ausreichend
andere Materialen wie Buntstifte, Papier, einfache Musikinstrumente,
Leim, Scheren, Karton und Kostüme benötigt. Im Idealfall sollten
die SchülerInnen außerdem Zugang zu einer Bibliothek oder
Medien Zentrum haben. Ein Drucker würde der Klasse zusätzlich
das Ausdrucken verschiedener Informationen ermöglichen, so dass
Teile der Gruppen die Ausdrucke kommentieren und auswerten können
während andere nach weiteren Informationen suchen.
Die
Rolle der Lehrkraft:
Traditionell gibt die Lehrkraft Wissen weiter. Er/Sie ist die wichtigste
Informationsquelle. In vielen der in "Teaching to Make a Difference"
vorgeschlagenen Aktivitäten müssen alle Informationen im Internet
recherchiert werden. Dies ermöglicht der Lehrkraft die Lernprozesse
innerhalb der Klasse zu beobachten und Leistungen der Gruppen und Individuen
zu überwachen und einzuschätzen.
Wir schlagen vor, das LehrerInnen im Rahmen des "Teaching to Make
a Difference" Projektes folgende Regeln annehmen:
1.
OrganisatorIn und ManagerIn: Die Lehrkraft ist für die Zusammenstellung
der Gruppen und die Verteilung der Aufgaben verantwortlich und delegiert
Verantwortungen an die Gruppen. Außerdem wird überwacht,
dass die SchülerInnen tatsächlich die Ihnen übertragenen
Aufgaben ausführen. Der Computer ist oft der "Hauptgewinn"
der Klasse. Auch wenn es eigentlich die Aufgabe des Moderators ist (siehe
Rolle der SchülerInnen) zu entscheiden wie, wann und von wem der
Computer genutzt wird. Trotzdem sollte die Lehrkraft sicherstellen,
dass er verantwortungsbewusst genutzt wird und das der Zugriff gerecht
verteilt ist.
2. KatalysatorIn: Natürlich ist die Lehrkraft Ansprechpartner und
Hilfe für Gruppen die nicht weiterkommen oder Schwierigkeiten haben
zusammenzuarbeiten. Wenn schwierige Fragen auftauchen sollte die Lehrkraft
keine vorgefertigten Antworten liefern, sondern der Gruppe mit gezielten
Fragen zurück in die richtige Richtung bringen. Die Idee ist, die
Problemlösungsfähigkeiten der SchülerInnen zu fördern
und nicht ihre Probleme zu lösen.
3. BeobachterIn: Es ist wichtig für die Teaching to Make a Difference
Lektionen, dass die Lehrkraft den SchülerInnen und Gruppen positives
Feedback gibt. Demnach muss die Lehrkraft beobachten was in den Gruppen
passiert um deren Erfolge und positive Ansätze loben zu können.
4. ÜberwacherIn: Die Lehrkraft schätzt die Teilnahme und die
Prozesse der einzelnen Gruppen ein.
5. PrüferIn: Einschätzung der Leistungen, Angemessenheit des
Inhaltes, Effizienz der Methoden und Prozesse, Anregung der SchülerInnen
zur Selbsteinschätzung, Feedback
Die
Lehrkraft reagiert auf das Verhalten der SchülerInnen auf der Basis
der Beobachtung. Dies kann sowohl während der Gruppenarbeiten geschehen,
als auch während der Präsentation. Das Feedback ist Konkret
und basiert auf Beschreibungen und Bewertungen des beobachteten.
Rollenverteilung
der SchülerInnen:
Ein wichtiger Aspekt der Gruppenarbeit liegt auf der Verteilung der
Rollen während der Bearbeitung der Aufgaben. Diese Rollen stimulieren
die Entwicklung verschiedener Fähigkeiten und geben jeder Person
Verantwortung. Einige der Hauptrollen, die in den verschiedenen Lektionen
zum Einsatz kommen sind die folgenden:
1.
Moderator: Stellt sicher, dass jeder die einführenden Erklärungen
verstanden hat, dass jeder an den Gruppenaktivitäten teilnimmt
und das jeder die Hilfe bekommt, die er/sie benötigt. Benachrichtigt
außerdem die Lehrkraft, falls eine Aufgabestellung nicht gelöst
werden kann.
2. Reporter: Organisiert die Präsentation der Gruppenarbeit, diskutiert
mit der Gruppe was präsentiert werden soll und wie. Entscheidet
auch, wer die Präsentation einer Aufgabe übernimmt.
3. Material Manager / Netz Kommunikator: Verantwortlich für die
Zusammenstellung aller Informationen, die für die Bearbeitung einer
Aufgabestellung notwendig sind. (inklusive aller Internet Recherche,
Email-Kommunikation und sonstiger Recherche).
4. Kurier: Verantwortlich für die Organisation benötigter
Hilfestellungen von andere Gruppen, aber im besonderen für Kommunikation
mit ähnlichen Gruppen an anderen Schulen (über einen chatroom,
zu abgesprochenen Zeiten)
5. Harmoniemanager: Stellt sicher, dass alle Kommunikationslinien offen
sind und bleiben und das die Gruppe harmonisch zusammenarbeitet. Sorgt
außerdem dafür das keiner beleidigt oder degradiert wird.
Quellenangabe:
Cohen, R. & Lotan, R. (1997) "Working for Equity in Heterogeneous
Classrooms: sociological theory in Practice." New York: Teachers
College Press
Howard Gardner "Abschied vom IQ. Die Rahmen-Theorie der vielfachen
Intelligenz", Klett-Cotta-Verlag
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